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Alben

 

In der nordischen Mythologie waren die Alben (Elfen) eine eigenständige Gattung, sie rangierten unter den Asen und über den Zwergen. Man brachte ihnen Opfer; unklar jedoch ist, ob sie ursprünglich Geister der Verstorbenen oder Fruchtbarkeits­wesen waren.

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Asen

 

In der altnordischen Mythologie gibt es zwei Göttergeschlech­ter: die Asen und die Vanen. Mit den Asen sind vorwiegend kriegerische Funktionen verbunden, mit den Vanen solche der Vegetation und der Fruchtbarkeit. Zu den Asen zählen Odin, seine Gattin Frigg, seine Söhne Thor und Balder mit ihren Kindern, ferner Heimdall, Loki, Tyr sowie eine Anzahl weite­rer Götter und Göttinnen. Mit ihnen zusammen in Asgard, der Götterburg, wohnen einige Vertreter des Vanengeschlechtes, die nach dem Krieg, den die Vanen gegen die Asen verloren, als Geiseln geblieben sind: Njörd und seine Kinder Frey und Freya. Die Asen genießen ein Leben in ewiger Jugend, dafür sorgt die Göttin Idun, die ihnen die goldenen Äpfel reicht, damit sie nicht altern. Aber alle sind von den Chaosungeheuern bedroht und werden in der Ragnarök ihren Untergang finden.

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Asgard

 

Das Götterheim in den himmlischen Höhen heißt in der nordi­schen Mythologie Asgard (Wohnung der Äsen); alle Hauptgötter haben hier ihre besonderen Hallen oder Paläste, etwa Thrudwang, das Thor gehört, Breidablik, in dem Balder wohnt, oder Walhall, wo sich die gefallenen Krieger um Odin scharen. Eine Brücke namens Bifröst (bebender Weg), ein gewaltiger Regen­bogen, schwingt sich vom Reich der Götter zur Erde nieder. An den Bau von Asgard ist Betrug und Gewalttat geknüpft: Einer der Riesen hat sich den Göttern als Baumeister angebo­ten, die Fertigstellung in drei Halbjahren zugesagt und dafür als Lohn die schöne Freya gefordert sowie die Gestirne Sonne und Mond. Leichtfertig haben die Äsen dem Geschäft zugestimmt - im Glauben, daß der Bau so schnell ja doch nicht zu errichten sei. Aber der Riese hat einen Gehilfen, einen Wunderhengst, der ihm die größten Steine in Windeseile herbeischleppt, und zum Ablieferungstermin scheint die Burg tatsächlich stehen zu wollen. Da ist guter Rat teuer, bis Loki den rettenden Einfall hat: Er verwandelt sich in eine brünstige Stute und bringt den Hengst so um den Verstand, daß der alle Arbeit vergißt und nur noch hinter der Stute herjagt. Als der Riese merkt, daß er überlistet und um den Lohn geprellt werden soll, gerät er in furchtbaren Zorn. Da rufen die Äsen nach Thor, und der Don­nergott erschlägt den Riesen mit seinem Hammer. Wenn es zum Endkampf, der Ragnarök, kommt, zerbricht Bifröst unter dem Ansturm der Riesen, und Asgard geht unter wie die ganze Welt.

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Baldr (Balder)

 

Die Götter, die den germanischen Olymp bevölkern, sind in vielem den Menschen ähnlich: Leidenschaften treiben sie um, sie haben Schwächen und Schrullen, List und Gewalttat sind ihnen keineswegs fremd. Nur auf einen trifft das alles nicht zu: Balder (Baldr, Baidur), der Sohn des Odin und der Frigg, ist eine Lichtgestalt ohne jeden Fehl, die Verkörperung von Güte, Reinheit und Tugend. Die Edda feiert ihn als „Besten von allen, schön von Angesicht und strahlend“. Er hat sich eine Halle erbaut, „Breidablik“ (die weithin Leuchtende), und dort gibt es nichts Unreines. Aber dem tugendhaften Jüngling ist ein früher Tod bestimmt. In der Edda wird erzählt, daß Balder schwere, gefahrdrohende Träume gehabt habe, von denen er im Kreis der Götter berichtet. Die beschließen, allen Dingen auf der Welt eine Friedenszusicherung gegenüber Balder abzuver­langen. Seine Mutter Frigg nimmt die nötigen Eide ab, über­sieht dabei jedoch einen Baumsproß, die Mistel. Das bringt der böse Loki in Erfahrung, und als Balders Freunde und Ver­wandte die Unverwundbarkeit des strahlenden jungen Gottes testen, indem sie mit den schärfsten Waffen nach ihm werfen - die natürlich alle abprallen -, bricht Loki einen Mistelzweig ab und schnitzt daraus einen Speer. Diesen drückt er Balders Bruder, dem blinden Höd, in die Hand, und der wirft, assistiert von Loki, das Geschoß, das Balder tödlich trifft. Dessen Weg in die Unterwelt ist damit vorgezeichnet, doch Hel erklärt sich bereit, Balder aus ihrem Reich freizugeben, wenn alle leben­den und toten Dinge der Welt ihn beweinen. Und tatsächlich fließen überall Tränen um den Jüngling. Nur ein altes Riesen­weib namens Thök weigert sich, an der Trauer teilzunehmen: „Behalte Hel, was sie hat“, sagt sie. Das Weib ist natürlich wieder der böse Loki, über den nun das längst fällige Straf­gericht der Götter ergeht. Balder muß im Totenreich bleiben und wird erst nach der Ragnarök zurückkehren, als Teil einer verjüngten, schöneren Welt. Der Mythos von Tod und Auferste­hung des Lichtgottes dürfte christlich beeinflußt sein, Paralle­len gibt es auch zu vorderasiatischen Gottheiten wie Tammuz, Osiris oder Adonis.

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Disen

 

Zu den vielen Geistern, die nach den Vorstellungen des alt­nordischen Götterglaubens die Natur bevölkerten, gehörten die Disen, Schutzgöttinnen, die einer bestimmten Familie oder einem Stamm hilfreich zur Seite standen. Sie besuchten die Häuser, um Glück zu bringen und neugeborenen Kindern Segen zu spenden, ähnlich wie die gute Fee im Märchen. Anders als bei den Nornen und Walküren, wurden von den Disen Kultfigu­ren angefertigt, die bei häuslichen oder öffentlichen Feiern ver­ehrt wurden. Zu Beginn des Winters fand ein großes Opferfest statt, „dísablót“ genannt.

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Erdgeister

 

Die Welt um ihn herum glaubte der Wikinger von vielerlei Art Geistern bewohnt. Dazu gehörten die Erdgeister, „land-vaettir“ genannt, die, gewöhnlich unsichtbar, in der Erde hau­sten und mit denen der Mensch sich gutzustellen hatte, da von ihnen abhing, ob der Boden Erträge brachte. In der ersten Sammlung der isländischen Gesetze von 930 ist angeordnet, daß sich niemand dem Land mit Schiffen nähern dürfe, die mit Drachenköpfen versehen seien. Die Bugzier mußte abge­nommen werden, um die Erdgeister nicht zu erschrecken. Der Besänftigung der Erdgeister diente ein anderer Brauch, den die Wikinger übten: Wenn sie zur Landnahme über See aufbra­chen, nahmen sie die mit Götterbildern geschmückten heiligen Holzpfeiler vom Hochsitz ihrer früheren Wohnstätten mit. Bei ihrer Ankunft warfen sie die Pfosten vor der Küste über Bord. Ihr Glaube war, daß die Erdgeister die Hölzer „als Botschafter des guten Willens“ (M.Magnusson) anerkennen und sie dorthin treiben lassen würden, wo gute Siedlungsplätze seien. So schei­tert dann auch nach einer isländischen Sage, die Snorri Sturluson in der „Heimskringla“ erzählt, eine Invasion, die Harald Blauzahn plant, an den Erdgeistern. Der Dänenkönig schickt einen Spion voraus, der das Land erkunden soll. Dieser, ein Zauberer, schwimmt in Gestalt eines Wales um die Insel herum, gelangt aber nirgendwo heil an Land, da sofort die Erdgeister auf ihn losgehen. Unter diesen Umständen bläst Harald das Unternehmen ab.

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Frey

 

Zwillingsbruder der Freya, ist Frey der Gott der Fruchtbarkeit, des Wachstums, des Reichtums und des Friedens. Er stammt aus dem alten Göttergeschlecht der Vanen, die den Aufstieg der Äsen haben dulden müssen. Freys Attribut ist der Eber, ein nordisches Fruchtbarkeitssymbol. Ein in Schweden gefunde­nes Amulett aus dem 11. Jahrhundert zeigt ihn mit einem überdimensionierten Penis. Dazu paßt die Geschichte, die in der Edda über ihn erzählt wird: Er verliebt sich in die Riesin Gerd, genauer in ihre Arme, die so weiß leuchten, daß die ganze Welt davon erhellt wird. Frey schickt seinen Diener Skirnir zur Werbung bei den Riesen aus und gibt ihm als Lohn sein Schwert, das von selber kämpft. Der Diener schafft es tat­sächlich, Gerd für seinen Herrn zu gewinnen, Freys Liebesnöte haben ein Ende. Doch sein Schwert ist er los - beim letzten Kampf der Götter, der Ragnarök, wird es ihm fehlen.

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Freya

 

Schönheit, Liebe, Fruchtbarkeit und Zauberei sind ihr Metier: Freya ist die bedeutendste Göttin der nordischen Mythologie. Sie stammt aus dem alten Geschlecht der Vanen und ist Zwil­lingsschwester des Frey. Ihr Wohnsitz ist die himmlische Halle Folkwang, ihr Wagen wird von zwei Katzen gezogen, zum Flie­gen trägt sie ein Falkenhemd. Die Hälfte der Toten, die nach Walhall kommen, gehört ihr. Mehrere Varianten sind von Freya überliefert: Als „Hörn“ verkörpert sie den Flachs, als „Gefjon“ ist sie die „Gebende“, als „Idun“ verteilt sie die äpfel der ewigen Jugend unter den Göttern. Geschmeide liebt sie über alles, für ihr kostbares Halsband Brisingamen (Morgenröte) hat sie sich den schmiedekundigen Zwergen hingegeben.

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Hel

 

Nach altnordischen Vorstellungen war Hel der düstere und unwirtliche Aufenthaltsort aller Toten, gelegen unter einer der Wurzeln der Weltesche Yggdrasil. Die von Snorri Sturluson im 13.Jahrhundert aufgezeichnete Mythologie nahm eine Einschränkung vor. Demnach ist Hel der Ort, an dem landet, wer ohne Wunden gestorben ist, während die im Kampf Gefal­lenen nach Walhall kommen; für die Opfer der See dagegen ist Ran zuständig. In Snorris Jenseitsvisionen ist christlicher Einfluß spürbar: Zu Hel führt eine lange, beschwerliche Reise durch schaurig tiefe Täler, ein tosender Bach namens Gjöll (Geheul) ist zu überschreiten, und am Eingang zur Höhle, in die die Toten eingehen, wacht der Höllenhund Garm. Bei Snorri findet sich auch die Personifizierung des Totenreiches in Gestalt der Göttin Hel. Zusammen mit dem Fenriswolf und der Midgardschlange ist sie eine der monströsen Nachkommen von Loki und der Riesin Angrboda, einer Horrorfigur, die einem halb ver­westen Leichnam ähnelt. Ihr Saal heißt Elend, ihre Schwelle Einsturz, ihr Bett drohendes Unheil, ihr Knecht heißt Träge, ihre Magd Langsam, ihre Schüssel Hunger und ihr Messer unersättliche Gier. Und was Hel einmal hat, das läßt sie nicht mehr los.

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Njörd

 

Wie alle aus dem Geschlecht der Vanen ist auch Njörd ein Fruchtbarkeitsgott. Er hat den Kampf, in dem die Äsen siegten, nicht mitgemacht und lebt nun als Geisel in Asgard, wie seine Kinder Freya und Frey. „Er bestimmt den Lauf des Windes und regelt Meer und Feuer. Ihn ruft man bei Seefahrten und Fischfang an“, heißt es in der „Snorra-Edda“. Njörd ist iden­tisch mit der germanischen Fruchtbarkeitsgöttin Nerthus, deren Kult, verbunden mit Menschenopfern, bei Tacitus beschrieben ist. Die „Geschlechtsumwandlung“ erklärt sich wahrscheinlich damit, daß es Njörd auch als gleichnamiges Geschwister- oder Liebespaar gegeben hat. Erst eine jüngere überlieferung ver­sieht Njörd mit einer Ehefrau namens Skadi. Die stammt aus dem Riesenland und fühlt sich richtig wohl nur in den Bergen, wo sie jagen und Ski laufen kann. Njörd dagegen liebt die See. Die Gatten schließen darauf einen Kompromiß: Alle neun Tage wechseln sie das Quartier. Neun Tage lang muß Njörd das Wolfsgeheul in den Bergen ertragen, neun Tage lang Skadi das Möwengekreisch am Meer.

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Nornen

 

Auch die Götter sind nicht Herren ihres Schicksals, wie über die Menschen wachen auch über sie noch höhere und ältere Mächte. In der griechischen Mythologie sind das die Moiren, in der römischen die Parzen, drei weise Frauen, die den Lebensfaden spinnen, die Schicksalslose werfen und den Lebensfaden durch­ schneiden, wenn es Zeit ist. Ähnliche Vorstellungen hegten auch die heidnischen Wikinger. Bei ihnen heißen die Schicksals­göttinnen Nornen. Zu dritt bewachen sie den Brunnen des Schicksals an den Wurzeln der Weltesche Yggdrasil. Ihre Namen sind Urd, Werdandi und Skuld, was mit „wurden“, „werdend“ und „werden“ oder auch frei mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu übersetzen ist.

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Odin

 

In der nordischen Mythologie ist Odin der Hauptgott. Sein Name wird mit dem alten isländischen Wort „ódr“ = wild, schrecklich, verrückt, in Verbindung gebracht; ähnlich verhält es sich mit der südgermanischen und der angelsächsischen Va­riante des Namens, Wotan bzw. Wode. „Wodan, id est furor“, Wotan ist die Wut, heißt es bei Adam von Bremen. Odin trägt noch manch andere Namen: übeltäter, Herr der Galgen, Vater des Sieges, Wanderer, Einauge, Allwissend, Herr der Erschlage­nen, Allvater. Das verweist auf die vielen Aspekte dieser Gott­heit: Odin ist nicht nur der Gott des Krieges und der Toten, sondern auch der Gott der Magie, der Dichtung, der Runen und der Ekstase. „Gylfis Täuschung“, die christlich beeinflußte Interpretation des nordischen Schöpfungsmythos in der „Snorra Edda“, sagt über ihn: „Er lebt seit ewigen Zeiten, er ist Allein­herrscher seines Reiches und bewacht alle Dinge, große und kleine. Er erschuf Himmel, Gestirne und Erde und alles, was auf ihr ist, doch seine größte Tat ist, daß er den Menschen erschuf und gab ihm eine unsterbliche Seele, die nicht stirbt, wenn der Körper zu Staub zerfällt oder zu Asche verbrennt.“ Mit seiner Frau Frigg hat er Balder gezeugt, mit zwei Riesinnen seine Söhne Thor und Widar. Von Hlidskjalf, seinem Wohnsitz auf der Götterburg Asgard, kann er die ganze Welt überschauen, und die Raben Hugin und Munin („Gedanke“ und „Erinnerung“) tragen ihm ständig Neuigkeiten zu. Zwei Wölfe liegen ihm zu Füßen, die füttert er mit Fleischbrocken, er selbst braucht nichts zu essen, ihm genügt ein guter Trunk Wein. Odin reitet auf dem achtbeinigen Pferd Sleipnir, das über Wasser und durch die Luft rennen kann, als Waffe trägt er einen Speer, der sein Ziel von selber findet. Odins Wißbegier ist unersättlich, er begibt sich oft auf Wanderschaft, um in Gesprächen mit Riesen und Zwer­gen, mit Wald- und Wassergeistern Geheimnisse zu erfahren. Einst hat er dem Riesen Mimir ein Auge geopfert, um einen Blick in den Born der Erkenntnis zu tun. Seitdem zieht er im weiten Mantel und Schlapphut, die Haare vor die leere Augen­höhle gezogen, durch die Welt, eine finstere Gestalt, von der nicht jeder Gutes zu erwarten hat. Odin vermag in die Zukunft zu blicken, weiß, wo Schätze begraben liegen, und versteht sich auf Zauberkünste. Er kann seine Gestalt wechseln, als Vogel, Fisch oder Schlange daherkommen. Die Runen hat er entdeckt, und fast hat es ihn dabei das Leben gekostet, denn er mußte dazu als Schlachtopfer, mit einer Speerwunde in der Seite, neun Nächte in einem sturmgezausten Baum hängen. Die Dichter verdanken ihm den Skaldenmet: Odin hat das die Phan­tasie beflügelnde Getränk bei den Riesen gestohlen, und auf der Flucht ist einiges davon zu den Menschen heruntergeschwappt. In Kampf und Krieg ist Odin großgeworden, unablässig stiftet er die Menschen zu Kriegen gegeneinander an, denn er braucht gefallene Helden für die Armee, mit der er den Endkampf gegen die Mächte der Finsternis bestehen will. Seine Helferinnen, die Walküren, sammeln die toten Recken ein und bringen sie nach Walhall, wo sie, gut versorgt mit Schweinefleisch und Met, ihre täglichen Waffenübungen abhalten. Am Tag der Ragnarök wird Odin sie in die letzte Schlacht führen. Er selbst wird diese nicht überleben, der Fenriswolf, eines der Ungeheuer, die der böse Loki mit einer Riesin gezeugt hat, verschlingt ihn, aber Odins Sohn Widar rächt den Vater, indem er dem Wolf die Kiefer zer­bricht.

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Ran

 

Eine Gruselgestalt, von der der Wikinger Schlimmstes zu befürchten hatte: Ran (= die Räuberin) ist die Gemahlin des guten Gottes Ägir, aber während dieser auf dem Meer Ruhe hält und sich ohnehin zumeist seinem Zweitberuf, dem Bierbrauen, widmet, wartet Ran darauf, daß auf See ein Schiff scheitert. Dann ist sie mit ihrem Netz zur Stelle und zieht die Schiffbrüchigen hinab ins düstere Reich der Ertrunkenen, über das sie gebietet.

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Riesen

 

Riesen Die unmittelbare Umgebung, der Acker, den sie bebauten, oder das Meer, das sie befuhren, war für die Wikinger der Mittelpunkt der Welt. In der nordischen Mythologie heißt diese Sphäre Midgard, das Gehege in der Mitte, die bewohnte, von den Göttern beschützte Welt. Draußen, wo es gefährlich und unsicher wird, am Rand, liegt Utgard, auch Jötunheim genannt, das Reich der Riesen. Die dorthin von den Göttern verdräng­ten, aber nie vollständig besiegten Mächte des Chaos und der Finsternis werden dereinst aufbrechen, um der Welt den Unter­gang, die Ragnarök, zu bringen. Die Riesen, Jöten (= Fresser) oder Thursen (= Gierige) genannt, sind ein uraltes Geschlecht. Aus dem Leib des Wasserriesen Ymir ist einst die Welt geformt worden. Die Riesen sind nicht alle dumm und klobig, es gibt auch Weise unter ihnen wie den Riesen Mimir, bei dem sich Odin oft Rat holt. Der Göttervater hat auch verschiedene seiner Kinder mit Riesinnen gezeugt, nicht anders als Frey, der eines Tages der Riesin Gerd verfällt. Auch sonst gibt es Berüh­rungspunkte: Die Götter reisen verschiedentlich ins Riesenland, machen Geschäfte oder schließen Wetten mit den Unholden ab. Besonders ausführlich schildern die Göttersagen den Verkehr Thors mit den Riesen. Er zieht ja immer wieder aus, um die Grobiane aufs Haupt zu schlagen, und das gibt Gelegenheit zu gewaltigen Grotesken, etwa beim Kampf mit dem Steinriesen Rungnir, dessen Schädel aus härtestem Fels ist, beim Besuch in der Halle eines zauberkundigen Riesen, der dem Hammerwerfer lauter Illusionen vorgaukelt und ihn so zu Höchstleistungen antreibt, oder beim Ausflug zum liebestollen Riesen Thrym, der nicht merkt, daß die „Braut“, die ihm geschmückt gegenüber­sitzt, in Wahrheit der gefürchtete Thor ist, der seinen gestohle­nen Hammer heimholen will.

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Tyr

 

Ursprünglich Himmelsgott und Allvater, ist Tyr in der nordi­schen Mythologie nur noch der Kriegsgott, vergleichbar dem römischen Mars. Laut der „Snorra Edda“ ist er „besonders streng und mutig, entscheidet den Ausgang der Schlachten, und kühne Männer tun gut daran, seinen Namen anzurufen“. Eine besondere Probe seines Heldenmutes legt Tyr ab, als es darum geht, den gefährlichen Fenriswolf zu bändigen. Die Äsen schlie­ßen mit dem Ungeheuer eine Wette, daß es ihm nicht gelingen werde, sich aus den Fesseln zu befreien, die sie ihm anlegen. Zweimal zerreißt der Wolf die Stricke. Beim dritten Mal haben die Götter ein Zauberband parat, das kunstreiche Zwerge gefer­tigt haben. Der Wolf ahnt, daß er hereingelegt werden soll, und verlangt, daß einer der Götter die Hand in seinen Rachen legt. Tyr tut das, die Fessel hält, und der Wolf beißt in seiner Wut dem Gott die Hand ab. Als einer, der zu seinem Wort steht, ist Tyr der Vorsitzende in den Versammlungen der Götter auf Asgard. Am Tag der Ragnarök wird er im Kampf gegen den Höllenhund Garm den Tod erleiden. Den Wikingern galt Tyr als Schutzherr des Things, als Vertragshüter wurde er auch bei Ehescheidungen angerufen.

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Vanen

 

Die Äsen, also Odin und seine Familie, sind nicht die einzigen Götter der altnordischen Mythologie, es gibt noch ein anderes Geschlecht, die Vanen („die Glänzenden“). In dunkler Vorzeit haben sie einen Krieg gegen die Äsen geführt, der aber längst beigelegt ist. Durch gegenseitige Stellung von Geiseln hat man den Frieden dauerhaft gesichert. So, als Geiseln, sind die schöne Freya und ihr Bruder Frey nach Asgard gekommen. Ihr Vater Njörd lebt außerhalb wie auch die anderen Vanen, von denen aber kaum etwas bekannt ist. Die Vanen sind Fruchtbarkeits­götter, die für gute Ernten, Sonne, Regen und günstigen Segel­wind sorgen; auch Reichtum und volle Kassen sind ihnen zu verdanken.

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Walhall

 

„... golden schimmert / Walhalls weite Halle: / Da kiest sich Odin alle Tage / Vom Schwert erschlagne Männer“, heißt es in der „Grimnismál“ der Edda. Die Vorstellung von einem Kriegerparadies, in dem es sich die gefallenen Helden gutgehen lassen, entwickelte sich erst in spätheidnischer Zeit. Ursprünglich galt das Jenseits als düsterer, unerfreulicher Ort. Walhall („valhöll“ = Halle der Gefallenen) bezeichnete das von Leichen übersäte Schlachtfeld. Erst unter dem Einfluß christlicher Para­diesvorstellungen und als Pendant dazu schuf sich die nordische Mythologie das bekannte Kriegerheinm: Walküren geleiten die gefallenen Helden in Odins glänzende Halle, wo sie ein Leben führen, wie es Kriegern schmeckt: Tagsüber Kämpfe austragen (die „Erschlagenen“ stehen alsbald wieder auf), abends gesellig beisammen sitzen, Schweinefleisch essen und Met trinken, der von schönen Aufwärterinnen ausgeschenkt wird. Das Fleisch stiftet ein Eber, der sich ständig regeneriert, der Met fließt aus den Eutern einer mythischen Ziege, die auf dem Dach der Halle wohnt. 540 Zimmer und ebenso viele Tore hat Walhall, durch jedes von ihnen werden am Tag der Ragnarök 800 Einherier, so der Name der Kriegerschar, ausziehen, um Odin beim letzten Kampf gegen die Mächte des Chaos beizustehen.

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Walküren

 

Mit „Hojotoho“ und „Heiaha“ stürmen sie in Richard Wagners Musikdrama über die Bühne, die bewaffneten Mädchen, deren Hilfe „Heervater“ Wotan (= Odin) sich bedient, um auf der Erde die Kämpfe der Menschen in seinem Sinne zu lenken. Das knüpft an Vorstellungen aus der Spätphase der nordischen Mythologie an. Walküren (dem Wort liegen „valr“ = die Gefal­lenen und „kjósa“ = wählen zugrunde) waren ursprünglich wohl Dämonen des Todes und des Gemetzels, Leichenfresserinnen, die wie Wölfe über die Schlachtfelder zogen. Das spiegelt sich in ihren Namen, die Hlökk (die Würgerin), Göll (die Kreischerin) oder Skögul (die Raserin) lauteten. Ein Gedicht, das in der Njals-Saga zitiert wird, überliefert die archaische Vision vom Krieg als einem Webstuhl, an dem Walküren ihr grausiges Werk verrichten: „Den Kettfaden bilden Gedärme der Männer; / Männerköpfe sind die Gewichte; / Die Weberbäume sind blut­nasse Speere; / Die Schaftlitzen mit Eisen beschlagen, Pfeile die Weberschiffchen. / Mit Schwertern wollen wir weben das Schlachtgewebe ...“ Wie in späterer Zeit Walhall seine düste­ren Züge verlor und vom Schreckensort zum gemütlichen Krie­gerheim wurde, veränderte sich auch das Bild der Walküren hin zu den „lieblichen Amazonen“, die die gefallenen Helden in Odins Halle geleiten, mit schäumendem Met bewirten und der endlos lärmenden Orgie von Kämpfen und Festen eine Note von „Callgirl-Erotik“ (M. Magnusson) beigeben. Die nordische Heldendichtung geht noch weiter. Sie präsentiert in der Sage von Sigurd eine Walküre, Brünhild, die von ihrem Adoptiv-Vater Odin wegen eigenmächtigen Handelns aus der Gemein­schaft der Götter ausgestoßen wird und Menschenschicksal erdulden muß. Als Vergünstigung wird ihr gewährt, daß kein gewöhnlicher Mann sie besitzen soll, sondern nur einer, der sich vor nichts fürchtet. Aus dieser Sage wiederum hat Wagner die Handlung seiner „Walküre“ (1870) entwickelt....

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Midgardschlange (Jörmungand)

In der nordischen Mythologie ist Jörmungand eine der drei Kinder des Gottes Loki und seiner Geliebten, der Riesin Angrboda. Die Götter waren sich sehr wohl bewußt, daß dieses Monster sehr schnell wächst und eines Tages großen Schrecken über Götter und Menschen bringen wird. Deshalb hielt es Odin für ratsam, dies zu verhindern. Er warf die Schlange in den Ozean, der die Erde umgibt, aber das Monster ist zu so einer gewaltigen Größe angewachsen, daß es sich sehr leicht um die ganze Welt umspannte. Deshalb bekam es den Namen Midgardschlange. Sie liegt tief im Ozean, wo sie sich selbst in den Schwanz beißt und die ganze Menschheit ist in ihrer Umklammerung gefangen.

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Fenris (Fenrir)

 

Fenrir ist ein großes und schreckliches Monster in Gestalt eines Wolfes. Er ist das älteste Kind von Loki und der Riesin Angrboda. Die Götter erfuhren von einer Prophezeiung, die aussagte, dass der Wolf und seine Familie eines Tages für die Zerstörung der Welt verantwortlich sein wird. Sie fingen den Wolf und sperrten ihn in einen Käfig. Nur Tyr, der Kriegsgott, traute sich, sich um den Wolf zu kümmern und ihn zu füttern. Als er noch ein Welpe war, hatten sie noch nichts zu fürchten. Aber als die Götter eines Tages sahen, wie er gewachsen war, entschieden sie sich, ihn harmlos zu machen. Allerdings hatte keiner der Götter den Mut, sich dem Wolf zu stellen. Stattdessen versuchten sie, ihn zu überlisten. Sie sagten ihm, dass er schwach sei und niemals ausbrechen könne, wenn er gefesselt wäre. Fenrir nahm die Herausforderung an und ließ zu, dass die Götter ihn anketteten. Unglücklicherweise war er so stark, dass er es schaffte, selbst die stärksten Ketten zu sprengen als wären sie Spinnweben. Daraufhin sahen die Götter nur noch eine Alternative: Magische Ketten. Sie trugen den Zwergen auf, Ketten anzufertigen, die so stark sein sollen, dass sie den Wolf halten können. Das Ergebnis war ein weiches, dünnes Band- Gleipnir. Es war unglaublich stark, trotz was sein Aussehen und Größe zu scheinen mag. In das Band wurden sechs starke Elemente eingearbeitet: Der Schritt einer Katze, die Wurzeln eines Berges, der Bart einer Frau, der Atem eines Fisches, die Sehnen eines Bären und die Spucke eines Vogels. Die Götter versuchten, den Wolf abermals zu überlisten, aber diesmal war Fenrir nicht mehr so besessen, seine Stärke zu zeigen. Er sah, wie dünn die Kette war und sagte, dass man nicht stolz darauf sein kann so eine dünne Kette zu sprengen. Vielleicht ließ er sich trotzdem darauf ein, weil er dachte, dass andererseits sein Mut und seine Stärke angezweifelt wurde. Verrat witternd, bat er die Götter der Reihe nach, einen Vertrauensbeweis zu liefern: Einer von ihnen solle seine Hand zwischen seine Kiefern legen. Die Götter waren nicht besonders begeistert, dies zu tun, wohlwissend was sie riskieren. Schließlich stimmte als Einziger Tyr zu und die Götter fesselten den Wolf mit Gleipnir. Egal wie stark Fenrir kämpfte, er konnte sich nicht von diesem Band befreien. Zur Rache biss er Tyr's Hand ab. Von sich selbst begeistert, trugen die Götter Fenrir davon und fesselten ihn an einen Felsen tief in der Erde. Sie legten ein Schwert zwischen seine Kiefer, um ihn am Beißen zu hindern. In den Tagen von Ragnarök wird Fenrir seine Ketten sprengen und verbündet sich mit den Riesen in ihrer Schlacht gegen die Götter. Er trifft auf Odin und verschlingt ihn. Widar, Odins Sohn, wird seinen Vater rächen und den Wolf töten.

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Einherjar

 

Die Einherjar sind die Helden, die mit großem Ruhm auf dem Schlachtfeld starben. Diese Helden werden in Walhall auf die Schlacht von Ragnarök vorbereitet. An diesem Morgen werden sie durch das Krähen des Hahnes Gullinkambi (Goldener Kamm) erweckt werden. Während des Tages trainieren und kämpfen sie, bis sie sich gegeneinander in Stücke schneiden. Abends speisen Sie an Odins Tafel und ihre Wunden werden geheimnisvoll geheilt. Am Tag von Ragnarök wird der Mutigste von den Einherjar an Odins Seite marschieren, um die Eisriesen zu bekämpfen, die Feinde der Götter.

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Yggdrasil

 

Yggdrasil, auch Weltenbaum genannt, die riesige Esche, die die ganze Welt umspannt und diese schützt. Neben den drei Wurzeln befinden sich die Königreiche von Asgard, Jotunheim und Niflheim. Drei Brunnen liegen auch noch dort: Der Brunnen der Weisheit, bewacht von Mimir, der Brunnen des Schicksals, bewacht von den Nornen und der Brunnen Hvergelmir, die Quelle vieler Flüsse. Vier Rehe rennen unter den Zweigen herum und fressen die Knospen, sie repräsentieren die vier Winde. Es gibt noch andere Bewohner des Baumes, wie das Eichhörnchen Ratatosk, ein notorisches Plappermaul und Vidofnir, der goldene Hahn, der sich auf dem höchsten Zweig niedergelassen hat. Die Wurzeln werden von Nidhögg und anderen Schlangen angenagt. Am Tag von Ragnarök wird Surt, der Feuerriese den Baum in Brand setzen.

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Loki

 

Loki ist einer der wichtigsten Götter in der nordischen Mythologie. Er ist der Sohn des Riesen Farbauti (grausamer Schläger) und der Riesin Laufey. Er zählt zwar zu den Asen, aber ist gelegentlich ihr Gegner. Er wird mit Feuer und Magie in Verbindung gebracht und kann viele verschiedene Formen annehmen (Pferd, Falke, Fliege). Loki hat eine stattliche Erscheinung und sieht gut aus, ist aber von schlechtem Charakter. Er ist listig und bösartig, aber auch heldenhaft. Loki ist für den Tod von Balder, dem Gott des Lichts, verantwortlich. Lokis Geliebte ist die Riesin Angrboda. Durch sie ist er der Vater von drei Monstern. Seine Ehefrau ist Sigyn, die loyal zu ihm steht, selbst als die Götter ihn für den Tod von Balder bestrafen. Er wurde an drei große Steine gekettet; einer unter seinen Schultern, einer unter seiner Hüfte und einer unter seinen Knien. Dann wurde eine giftige Schlange auf seinen Kopf gelegt. Die Gifttropfen, die auf ihn hinabtropften, wurden von Sigyn in einer Schale aufgefangen. Aber immer dann, wenn die Schale bis zum Rand gefüllt ist, muß Sigyn ihn verlassen um sie auszuleeren. Dann läßt das Gift, daß auf Lokis Gesicht tropft, ihn sich in Schmerzen winden - die Ursache von Erdbeben. Am Tage von Ragnarök brechen Lokis Ketten und er wird die Riesen in die Schlacht gegen die Götter führen. Loki wird auch der Gerissene, der Schwindler, der Formwandler und der Himmelsreisende genannt.

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